Häufig gestellte Fragen

1. „Warum soll ich meine bestehende Heizung jetzt schon wechseln, sie ist doch erst 15 Jahre alt, funktioniert einwandfrei und der örtlich zuständige Schornsteinfeger sagt, dass die Abgaswerte und der Wirkungsgrad auch noch in Ordnung sind?“

Sofern es sich bei Ihrer bestehenden Heizung noch nicht um ein Brennwert- Heizsystem handelt, können Sie mit einem Heizungswechsel auf ein neues Brennwert-Heizsystem in Verbindung mit einem hydraulischen Abgleich, bis zu 30 % Ihrer Brennstoffkosten einsparen. Mit Hybrid- oder Mikro- KWK Systemen können Sie Ihre Energiekosten sogar um bis zu 50 % senken.

• Die Messung des Schornsteinfegers ist natürlich wichtig, sie dient aber ausschließlich der Einhaltung der Bundes-Immisions-Schutzverordnung (BimschV) und sagt nur wenig über den wirtschaftlichen und sparsamen Betrieb des Heizkessels aus. Der durch den Schornsteinfeger gemessene feuerungstechnische Wirkungsgrad gibt lediglich die Ausnutzung eines Brennstoffes (z.B. Heizöl, Erdgas, Pellets) bezogen auf die Verbrennung an. Ob die Heizungsanlage zu groß ausgelegt ist, sich der Außentemperatur automatisch anpasst, die Heizkurve richtig eingestellt ist, der Heizkessel isoliert ist, auskühlt, weil er ständig mit Luft aus dem Heizraum durchströmt wird, hydraulisch abgeglichen ist, die Heizungspumpe effizient läuft, wird durch den Schornsteinfeger nicht bewertet. Leider wird meist nur der Kesselwirkungsgrad, oft sogar nur der feuerungstechnische Wirkungsgrad, betrachtet – und mit einem guten Messprotokoll geben sich viele Hausbesitzer zufrieden. Dies ist jedoch eine Fehleinschätzung.

Denn nur der Jahresnutzungsgrad ist ein verlässlicher Wert zur Ermittlung der
Wirtschaftlichkeit Ihrer Heizung. Der Anlagenwirkungsgrad bzw. Jahresnutzungsgrad gibt an, wie viel von der im Brennstoff (z.B. Heizöl, Erdgas, Pellets) gespeicherten Energie auch wirklich in einer Heizperiode genutzt werden kann und wie viel im Heizsystem (Heizkörper, Fußbodenheizung) ankommt. Nur durch die Bestimmung dieses Wertes mittels eines umfänglichen Heizungs Checks durch einen zugelassenen Heizungsfachmann, der alle relevanten Werte aufnimmt und bewertet, kann eine Aussage getroffen werden, ob sich eine neue Heizung lohnt oder ob der vorhandene Heizkessel wirtschaftlich betrieben wird. (nachzulesen unter: www.hw-fm.bilfinger.com/infos/ schornsteinfeger-messung/). Fakt ist jedoch, dass bei einer konventionellen Heizung (Nicht-Brennwert-Heizsystem) die Abgastemperatur bis zu 160° C beträgt. Bei einem Brennwert-Heizsystem beträgt diese allerdings nur ca. 50° C.

HINWEIS
Eine Überprüfung der Heizungsanlage durch den zuständigen Schornsteinfeger,
ist bei einem Brennwert-Heizsystem nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle zwei Jahre gesetzlich vorgeschrieben.

Da Brennwert-Heizsysteme über einen zusätzlich integrierten „Brennwert Wärmetauscher“ verfügen, welcher das Abgas bis zu ca. 50° C abkühlt, kann die Differenz aus der Abgastemperatur zwischen den bis zu 160° C und den 50° C, als zusätzliche Energie in den Heizkreislauf eingespeist und somit der Brennstoffverbrauch erheblich reduziert werden.

• Um sein Klimaziel zu erreichen – nämlich den CO2-Ausstoß bis zum Kalenderjahr 2020 um bis zu 30 % zu reduzieren, fördert der Staat derzeit Heizungssanierungen mit verschiedenen Bundesförderungen (z. B. Investitionszuschuss über die staatliche KFW-Bank oder das BAFA – Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und verschiedene Landesförderungen (z. B. Investitionszuschuss über das bayerische 10.000 Häuserprogramm) sowie verschiedene steuerliche Vergünstigungen, insgesamt mit bis zu 50 % der Anschaffungskosten. Da das Budget der „Fördertöpfe“ jedoch begrenzt ist, raten wir in jedem Fall, so schnell wie möglich, die in Ihrer Region möglichen staatlichen Fördergelder von Ihrem comforis- Effizienzplaner vor Ort beantragen zu lassen, bevor Ihr Nachbar schneller ist.

• Selbst wenn Ihre 15 Jahre alte bestehende Heizung noch fünf Jahre ohne technische Probleme funktionieren würde, verschenken Sie unter Umständen
jährlich bis zu 1.500 Euro oder mehr durch die mögliche Einsparung der Energiekosten gegenüber einem neuen Mikro-KWK-System in Verbindung mit einem hydraulischen Abgleich und zusätzlich möglicher Weise bis zu 21.000 Euro staatliche Energiespar- Zuschüsse, Förderungen und Vergünstigungen für die Heizungssanierung. Im vorliegenden Fall also insgesamt bis zu 28.500 Euro. Worauf also warten Sie noch?

HINWEIS
In vielen Fällen ist auch eine Kombination von Investitionszuschüssen mit einer zinsgünstigen Finanzierung über die staatliche KFW-Bank ab 0,75 % Zins möglich. So ist die monatliche Finanzierungsrate in den meisten Fällen kleiner als die monatliche Energiekosteneinsparung durch die Heizungssanierung und der Hauseigentümer hat trotz Finanzierung monatlich mehr im Geldbeutel als vorher.

2. Was ist ein hydraulischer Abgleich und welche Vorteile hat dieser?

Ein hydraulischer Abgleich ist relativ einfach erklärt. Die Hydraulik ist die Lehre vom Strömungsverhalten von Flüssigkeiten. Da sich in einem Heizungssystem meist das Medium Wasser als Energieträger befindet, besteht mit einem hydraulischen Abgleich die Möglichkeit, das Strömungsverhalten vom Heizungswasser in der Heizung zu verbessern. Dieser Optimierungsvorgang wird hydraulischer Abgleich genannt.

Hydraulischer Abgleich

2a. Was passiert in einem Heizungssystem ohne hydraulischen Abgleich?

Das strömende Wasser im Heizungsnetz wählt immer den geringsten Widerstand. Aus diesem Grund tritt in nicht hydraulisch abgeglichenen Heizungssystemen oft folgendes Phänomen auf: Räume, welche sich nah an der Wärmequelle befinden, sind überheizt und Räume, welche sich weit entfernt von der Wärmequelle befinden, sind zu kalt (siehe Skizze 1). Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, werden meist sogenannte „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ durchgeführt. Dabei werden oft die Vorlauftemperatur im Heizungssystem angehoben, die Förderhöhe der Heizungspumpe und die Pumpenleistung erhöht. Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass es in weit entfernten Räumen warm wird, bringen jedoch neue Probleme mit sich: durch die Anhebung der Vorlauftemperatur findet eine Temperaturanhebung im gesamten Gebäude statt. Räume, welche sich nah am Wärmeerzeuger befinden, sind hydraulisch übervorteilt und können anschließend so stark überheizt sein, dass die hohen Raumtemperaturen meist nur durch übermäßiges Lüften angepasst oder gesenkt werden können. Diese „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ führen also zu einem erhöhten Energieverbrauch. Weiterhin entstehen durch die Erhöhung der Förderhöhe und der Pumpenleistung aufgrund des höheren Volumenstroms, Fließ- und Knackgeräusche im Heizungsnetz und es wird unnötig viel Pumpenstrom verbraucht.

HINWEIS
Ein hydraulischer Abgleich des Heizungssystems ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme von staatlichen Fördergeldern für die Heizungssanierung, ebenso ein Austausch sämtlicher Umwälzpumpen in Hocheffizienzpumpen der Effizienzklasse „A“, d. h. dass der Staat im Rahmen der staatlichen Förderungen die Kosten für einen hydraulischen Abgleich und einen Pumpentausch in Verbindung mit einer Heizungssanierung quasi komplett übernimmt.

2b. Was passiert in einem hydraulisch abgeglichenen Heizungssystem?

In einem hydraulisch abgeglichenen System ist das Fließverhalten des Heizungswassers optimiert und jeder Heizkörper erhält nur so viel Heizungswasser, wie er benötigt. Dies führt dazu, dass es keine hydraulisch übervorteilten oder benachteiligten Heizkörper gibt (siehe Skizze 2). Erreicht wird dies durch die Voreinstellung von Heizkörperventilen an den Heizkörpern, Strangregulierarmaturen an den einzelnen Strängen sowie durch optimal eingestellte und ausgelegte elektronisch geregelte Umwälzpumpen. Durch die Voreinstellung der Heizkörperventile an den Heizkörpern wird eine Volumenstrombegrenzung vorgenommen. Strangregulierarmaturen sorgen ebenfalls für eine Volumenstrombegrenzung mit Hilfe von Strangregulierventilen oder für einen konstanten Differenzdruck mit Hilfe von Differenzdruckreglern in den jeweiligen Strängen. Die Einstellung der optimalen Förderhöhe sowie des optimalen Förderstroms für die elektronisch geregelte Umwälzpumpe sorgen für eine gleichmäßige und ruhige Verteilung des Heizwassers im Heizungsnetz. Durch diese Maßnahmen kann ein gleichmäßiges Aufheizen der Heizkörper stattfinden, das Regelverhalten der Heizkörperthermostate wird optimiert und der Energieverbrauch wird gesenkt. Da ein hydraulischer Abgleich – wie oben beschrieben – vor allem sehr zeitaufwendig ist, betragen die Kosten für ein Einbis Zweifamilienhaus zwischen 950 Euro und 1.250 Euro.

Info
VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE INANSPRUCHNAHME
DER STAATLICHEN FÖRDERGELDER
1. Heizungssanierung in Verbindung mit einem hydraulischen Abgleich des Heizungssystems sowie Austausch sämtlicher Umwälzpumpen in Hocheffizienzpumpen der Effizienzklasse „A“
2. Stellung der Förderanträge durch einen in der KFW-Expertenliste
gelisteten Energieberater

* (ab 0,75 % Sollzins nominal., Finanzierungsdauer 19 Jahre und 6 Monate, Zinsfestschreibung 10 Jahre,
max. 1.000 Euro Sondertilgung pro Jahr möglich, gesamte Ablösung des Kredits nach 10 Jahren möglich)